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Der Bikini im Wandel der ZeitDie Geschichte der Entstehung des Bikini und seine Entwicklung seit seiner Erfindung bis heute

Altertumformen
Dem heutigen Bikini ähnliche Zweiteiler gab es schon lange. Dies belegen antike Wandmalereien und ein antikes Mosaik aus dem 4. Jahrhundert nach Christus im sizilianischen Bergstädtchen Piazza Armerina. Neun von ursprünglich zehn dargestellten römischen Sportschönheiten trugen Bikinis.
Bikini in der Antike (Mosaik) >>
Dem heutigen Bikini ähnliche Zweiteiler gab es schon lange. Dies belegen antike Wandmalereien und ein antikes Mosaik aus dem 4. Jahrhundert nach Christus im sizilianischen Bergstädtchen Piazza Armerina. Neun von ursprünglich zehn dargestellten römischen Sportschönheiten trugen Bikinis.
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Mitte des 20. Jahrhundert
Zwar begannen schon seit der Jahrhundertwende Modeschöpferinnen mit dem Büstenhalter und Hüfthalter das Zeitalter des Korsetts zu verabschieden, doch bis diese Dessous als „Dessus“ ihren gesellschaftlichen Durchbruch schafften, verging noch einige Zeit. Ein Modell trug bezeichnenderweise den Namen Taboo. Erst die nach dem Zweiten Weltkrieg verfeinerte Textiltechnik und die Lockerung der gesellschaftlichen Sitten ermöglichten den Durchbruch.
<< Louis Reard
Als französische Kreation wurde er im Jahr 1946 gleichzeitig einerseits durch Jacques Heim und andererseits Bart Louis herausgebracht und ursprünglich „Atom“ genannt. Doch im Schatten von Hiroshima erwies sich dieser Name als ungeeignet. Er hatte inzwischen gewissermaßen seine „Unschuld“ verloren.

Am 1. Juli 1946 warf eine US-amerikanische B-29 über dem Bikini-Atoll die erste Atombombe der Nachkriegszeit ab und leitete damit eine Testserie ein.Vier Tage später schickte Louis Réard das Model Micheline Bernardini mit vier kleinen Stoffdreiecken bekleidet über den Laufsteg in Paris. Das Atoll gab schließlich den Ausschlag für die Namensgebung. Das „Tabu“ war gebrochen. Der brisante Name, der übersetzt "Land der Kokosnüsse" bedeutet, schlug ein wie eine Bombe. Die Wirkung, die dieser knapp geschnittene Badeanzug hervorrief, wurde mit der gleichen moralischen Entrüstung betrachtet wie die Atombombenversuche auf Bikini. Der Erfolg war garantiert.
Atombombentest über dem Bikini-Atoll >>
Atombombentest über dem Bikini-Atoll >>
"Als ich ein Kind war, ereignete sich die Zerstörung des Bikini-Atolls. Die nächste weltbewegende Nachricht war die von der Erfindung des Badeanzugs namens Bikini. Ich hatte die Idee: Zuerst gab es Bikini, davon blieb nichts übrig. Vorher gab es Badeanzüge, nun bestanden sie quasi aus nichts." Steve Reich auf die Frage, wieso er den Bikini in seiner Oper „Three tales“ zu einem Hauptergebnis menschlicher Fortschrittssucht stilisiere.

Nachkriegszeit
Beim ersten James-Bond-Film „James Bond jagt Dr. No“ entstieg 1962 Ursula Andress im cremefarbenen Baumwoll-Bikini dem Meer. Die Szene sorgte für eine sprunghafte Verbreitung des Textilstücks. In Anknüpfung an diese Szene entstieg Halle Berry 2003 im James-Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“ ebenfalls unter den Blicken von James Bond, gespielt von Pierce Brosnan dem Meer. Noch im Jahr 1965 wurde eine Münchner Schülerin vor Gericht zu sechs Tagen Putzen im Altersheim verurteilt, weil sie mit nichts als einem Bikini bekleidet über den Viktualienmarkt spaziert war.
Ursula Andrades (1962) und Halle Berry (2003)

Da Bikinihosen ohne Beinansatz sind, kann seitliches Schamhaar sichtbar werden, was meist als unästhetisch empfunden wird. Aus diesem Grund praktizieren Frauen die so genannte „Bikinirasur“, eine Form der Intimrasur, bei der nur derjenige Teil des Schamhaars entfernt wird, der beim Tragen eines Bikinis sichtbar werden würde. In Europa und den USA stellen die bikinirasierten Frauen, verglichen mit den voll-intimrasierten und den nicht intimrasierten Frauen, die größte Gruppe dar (40 bis 60 % der Frauen zwischen 15 und 40 Jahren).

Der Bikini heute
Zum Ende des Jahrhunderts entwickelten immer mehr Hersteller eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Bikinis. Somit steht uns heute ein schier unendliche Anzahl von unterschiedlichen Formen und Stoffen von Bikinis zu Auswahl.

Neben den großen industriellen Herstellern enstanden in den neunziger Jahren kleine Manufakturen überall auf der Welt. Sie stellten und stellen bis heute sehr spezielle und individuelle Bikinis her und vermarkten sie kostengünstig und weltweit über das Internet. Im Zuge der rasanten Verbreitung der Internetzugänge auf der gesamten Welt konnten und können die Bikinimanufakturen bis heute bestehen.

Zu den weltweit wichtigsten Manufakturen und Trendsettern gehören WickedWeasel aus Australien und the-bikini.com aus den USA. Die deutschen Trendsetter wie Nixxxe, Tangaland24, Beachkini und a-s-s (Schweiz) stehen ihnen jedoch in nichts nach und vermarkten ebenfalls weltweit. Durch sie entstehen immer neue Arten, Formen und regelrechte Trends am Bikinimarkt.

Als wichtigsten unter diesen Trends muss man wohl den Dang zum "Micronismus" nennen. Sogenannte Microkinis lösen den in den neunziger Jahren entstanden Trend zum Stringtanga-Bikini ab. Microkinis haben nur einen Anspruch, sie wollen möglich klein sein und nur das verdecken was wirklich verdeckt werden muss. Manchmal ist sogar dieser Anspruch noch zu viel.
verschiedene Bikiniarten und Trends, Stringtanga, Tanga, Monokini, Tankini, Socks ↓

Weitere Infos:
Alle Bikinimanufakturen findet ihr in unserer Bezusquellenliste.
Formenerklärungen von Bikinis.
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